Truth – New promotional interviews from Germany

Hello everybody! Truth opens today in Germany, titled Der Moment der Wahrheit, so support your favourite actress and go watch the movie in cinemas!


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Cate Blanchett: “Ich hatte viel Glück im Leben.”

Sie ist eine der ganz großen in Hollywood und das ohne viel Gehabe. Die ausgebildete Theaterschauspielerin Cate Blanchett war “Elizabeth”, beim “Herrn der Ringe” und beim “Hobbit” dabei, wechselt zwischen großen Blockbustern und kleinen Arthousefilmen, hat für “Aviator” und “Blue Jasmine” zwei Oscars zu Hause stehen. Aktuell ist sie wieder im Kino, in dem Journalistendrama “Der Moment der Wahrheit”. Anna Wollner hat Cate Blanchett in London getroffen und mit ihr über ihre Liebe zum Theater, den Film und ihr Verhältnis zur Presse gesprochen.

Anna Wollner: Sie spielen in “Der Moment der Wahrheit” die Investigativ-Journalistin Mary Mapes, die versucht hat, George W. Bush zu Fall zu bringen. Ist es ein politischer Film?

Cate Blanchett: Unser Film ist nicht über George W. Bush oder die Republikaner. Genauso wie “All the Presidents Men” kein Film über Nixon ist. Es geht eher um das ungesunde Verhältnis zwischen der Wirtschaft, den Medien und der Politik. Diese Vermischung findet statt. Jeden Tag. Das sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man Wählen geht.

Also ein aktueller Kommentar auf den amerikanischen Wahlkampf?

Wenn Sie so wollen, ja. Das Rennen hat ja schon längst begonnen. Das erschreckende für mich ist immer wieder, dass es gar nicht um Inhalte, Ideale und Visionen geht, sondern um Personenkulte und Inszenierungen. Das passiert nicht nur in Amerika, nein auch in Australien oder Deutschland. Es fühlt sich an, als würden die Medien Wahlkampf betreiben und nicht die Ideen, die hinter den Parteien stehen.

Wie war ihr Treffen mit der echten Mary Mapes?

Kurz vor Beginn der Dreharbeiten kam Sie nach New York und sah mich im Theater. Für Sie war es vermutlich schlimmer als für mich. Mich da oben auf der Bühne stehen zu sehen und zu wissen, dass ich sie bald in einem Film verkörpern werde. Aber wir sind schnell miteinander warm geworden. Ich wollte eigentlich nur von ihr wissen, was sie heute über all das denkt. Wissen, wie tief die Wunden noch sind. Ich glaube sie sind immer noch ein bisschen offen.

Wie groß ist ihre Verantwortung als Schauspielerin, wenn Sie eine noch lebende Person verkörpern?

Das ist ein ungemeiner Druck. Der Film basiert lose auf ihren Erinnerungen. Es war also eine Chance um Marys und Dan Rathers Perspektive der Geschichte zu erzählen. Denn sie konnten damals nicht mit der Presse reden. CBS wusste das zu verhindern. Jeder hatte also eine Meinung über die Geschehnisse. Nur sie durfte nichts sagen. Sie genoss es also, dass ihr endlich jemand zuhörte. Nicht um irgendwas richtig zu stellen, sondern einfach um gehört zu werden und eine neue Perspektive zu geben.

Sie spielen immer wieder Theater, gerade erst standen Sie als “Hedda Gabbler” in New York auf der Bühne. Was reizt Sie daran?

Warum ich immer wieder Ibsen mache? Das ist ein Klassiker und Klassiker sind dazu da neuinterpretiert, noch einmal auseinandergenommen zu werden. Ich habe schon überall auf der Welt ganz unterschiedliche Inszenierungen mit unterschiedlichen Ansätzen gesehen. In England, Australien, selbst in Deutschland. Jede Kultur interpretiert das Stück aufs Neue – es ist eben eine sehr zeitlose Geschichte.

Worauf achten Sie bei ihren Theaterrollen?

Ich habe immer versucht Rollen wie Hedda Gabler oder Blanche DuBois in Endstation Sehnsucht zu vermeiden. Am Ende haben mich immer die Regisseure überzeugt. Mein Mann hat in Sidney eine ganz tolle Inszenierung von Hedda Gabler gemacht. Er hat den Begriff Skandal neu ausgelegt. Heute kann ein Skandal eher eine Karriere schaffen, als sie vernichten. Hedda Gablers Angst vor einem Skandal hat mich gereizt. Die Angst davor an die Öffentlichkeit gezerrt zu werden.

Ein Gefühl, dass Sie als Schauspielerin sicher kennen?

Natürlich spreche ich öfter mit der Presse als mir lieb ist. Da führt als Schauspielerin kein Weg dran vorbei.

Wie fühlen Sie sich als Hollywoodstar von den Medien behandelt?

Ich sehe mich gar nicht als Hollywood- oder Filmstar. Ich bin Schauspielerin, Das war’s. Ich habe weder Facebook noch Twitter noch Instagram. Ich habe vier Kinder, leite ein Theater und bin froh darüber, dass meine Arbeit mich ausfüllt. Natürlich ist das ein Luxusproblem.

Wie haben Sie es geschafft unterhalb des Presse-Radars zu fliegen?

Ich rede nicht über mein Privatleben. Ich mache meine Arbeit und mein Privatleben bleibt mein Privatleben. Ich veröffentliche keine Fotos von mir im Urlaub. So einfach ist das. Allerdings muss ich gestehen, dass sich in den letzten 15 Jahren wirklich viel verändert hat.

Wie finden Sie die Balance zwischen ihrer Theater- und ihrer Filmarbeit?

Der Job eines Schauspielers besteht doch darin das Gleichgewicht zu verlieren. Natürlich muss ich absolut organisiert sein, um das Chaos zuzulassen. Ich hatte viel Glück im Leben. Ich war auf der Schauspielschule, hätte aber nie gedacht, dass ich überhaupt in der Lage bin, im Filmgeschäft zu bestehen. Als ich aber die Chance bekam, habe ich Blut geleckt. Zum Glück kann ich hin- und her springen zwischen den Welten.

Haben Sie da eine Art Fahrplan? Nach einem Filmprojekt kommt ein Theaterprojekt und dann wider ein Film?

Nein. In den letzten acht Jahren habe ich überwiegend Theater gemacht, die Ausflüge zum Film genieße ich daher umso mehr. Mir reicht es auch oft, als Produzentin im Hintergrund zu agieren. Umso schöner ist es, dass meine Produktionsfirma “Dirty Skys” auch an meinen letzten beiden Filmen “Der Moment der Wahrheit” und “Carol beteiligt war. Das waren zwei Projekte, in die ich all meine Leidenschaft gesteckt habe. Ich muss nicht immer vor der Kamera oder auf einer Bühne stehen um glücklich zu sein. Teil einer Diskussion zu sein reicht mir.

via MDR Kultur

Cate Blanchett: “Es ist fast unmöglich, sich nicht in Robert Redford zu verlieben!”

Im auf wahren Begebenheiten basierenden Journalisten-Krimi “Der Moment der Wahrheit” (Kinostart: 2. Juni) lösen Cate Blanchett und Robert Redford einen Medienskandal aus. Im Interview spricht Cate Blanchett über ihre Rolle als TV-Journalistin Mary Mapes.

Mitten im US-Wahlkampf 2004 stößt die TV-Journalistin Mary Mapes (Cate Blanchett, GOLDENE KAMERA 2002) auf brisante Details aus der Militärakte von Präsident George W. Bush. Sie glaubt beweisen zu können, dass Bush sich mithilfe familiärer Beziehungen um einen Einsatz in Vietnam herumdrückte und selbst in Texas zeitweilig gar nicht zum Dienst erschien.

Der renommierte TV-Moderator Dan Rather (Robert Redford) berichtet in der Sendung “60 Minutes” davon. Nach der Sendung zweifeln Netz-Aktivisten die Authentizität der Papiere an. Es werden Stimmen laut, dass es sich bei den Dokumenten um Fälschungen handeln könne und dass sich ihre Echtheit nicht verifizieren lasse. Im Internet beginnt ein Shitstorm.

n den USA ist dieser Medienskandal als “Rathergate-Affäre” bekannt. Er gilt als erste Politaffäre der USA, in dem seriöser Journalismus unter den Druck des Internets geriet. Die Konsequenzen in der Realität wie im Film: Mary Mapes wird gekündigt, Moderator Dan Rather tritt ab.

Mit viel Überzeugungskraft spielt Cate Blanchett in “Der Moment der Wahrheit” die kritische TV-Journalistin, deren Ruf und Integrität am Ende zerstört sind. Eine packende Geschichte, vor allem vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Glaubwürdigkeitskrise des Journalismus.

Können wir den Nachrichten noch glauben? Oder ist das Vertrauen gebrochen?

Ich bin mit dem Glauben aufgewachsen, dass alles wahr ist, was man liest. Und dieser Irrtum schlummert auch heute noch etwas in mir. Die Ereignisse in “Der Moment der Wahrheit” spielen sich in 2004 ab – vor der Wiederwahl von Präsident George W. Bush – was nicht allzu lange her erscheint, aber es liegen Welten zwischen damals und heute. Presse und Politik sind gegenwärtig so unsichtbar miteinander verstrickt, die politische Berichterstattung hat sich extrem verändert. Wir haben eine neue Beziehung zu Nachrichten und Informationen entwickelt. Wir twittern über Penisse, und die Kardashians sind unsere Definition eines Skandals (lacht). Die Pressefreiheit ist einer der Voraussetzungen einer gesunden Demokratie, aber wie urteilsfrei sind die Nachrichten, wenn ein Profit von ihnen erwartet wird? Einer der interessanten Fragen, die dieser Film aufwirft, ist die Rolle des Journalisten. Es ist leicht, Mary Mapes als naiv abzustempeln, aber sie befand sich plötzlich zwischen dem Neuland von Blogs und Social Media, der Toxizität der politischen Atmosphäre und der immer kooperativer werdenden Nachrichten. Sie wurde dafür kritisiert, dass sie George W. Bushs Dienst in der Texas Air National Guard in Frage stellte, aber genau das ist die Aufgabe eines Journalisten.

Was war die größte Herausforderung für Sie?

Die Verantwortung, eine Person zu spielen, die gesund und munter ist. Ich habe für diese Rolle Archivmaterial von Marys Interviews nach der Krise studiert, in der sie sich im freien Fall und Trauma befand. Aber dann hatte ich auch das Glück, sie persönlich kennen zu lernen. Mary besuchte mich zusammen mit Regisseur James Vanderbilt und Produzent Brad Fischer, als ich letztes Jahr in New York ein Theaterstück vorführte. Wir gingen alle zusammen aus, und ich habe mich auf Anhieb mit ihr verstanden. Aber es war eine andere Mary, als die, die ich recherchiert hatte. Ihre Leidenschaft und ihr Hass gegen Hypokrisie und Ungerechtigkeit waren unverändert, aber anstatt depressive Züge vorzuweisen war sie voller Lebensfreude und Energie und Humor. Nach diesem Abend sind wir per Skype in Kontakt geblieben. Wenn ich eine Rolle wie Elizabeth I spiele, kann diese mir nicht via Skype sagen, dass ich alles falsch darstelle (lacht). Aber Mary, und auch Dan Rather, haben uns während der Dreharbeiten besucht, und das waren die nervösesten und peinlichsten Momente meiner Karriere.

Wie nervös waren Sie, mit Robert Redford vor der Kamera zu stehen?

Vor meiner ersten Begegnung wusste ich nicht, wie ich ihn ansprechen sollte. Mr. Redford? Oder Robert? Ich kann ihn doch nicht Bob nennen! Aber Bob war so locker und offen und charmant, nach der ersten Sekunde hat man das Gefühl, dass man schon seit drei Monaten befreundet ist. Er ist nicht nur ein toller Schauspieler, sondern auch ein fantastischer Mensch, der sich vor keiner Herausforderung scheut – egal ob sie politisch oder sozial oder kulturell ist. Er kennt keine Angst, was ich total in ihm bewundere. Dan und Marys Beziehung war die einer intellektuellen symbiotischen Ehe mit gegenseitigem Respekt und Loyalität. Meine kreative Umarmung mit Robert Redford in diesem Film spiegelt diese Beziehung wider, mit einer Ausnahme: ich fühle mich auch sexuell zu Bob angezogen (lacht). Es ist fast unmöglich, sich nicht in Robert Redford zu verlieben!

Das ist das zweite Mal, dass Sie eine Journalistin spielen. Hätten Sie Lust auf diesen Job?

Mary Mapes und Veronica Guerin sind beide sehr intelligente Frauen mit unheimlich viel Widerstandskraft und extremer Neugier. Ich bin sehr von Menschen wie diesen beiden Journalistinnen beeindruckt. Wie sie es schaffen, das Vertrauen der befragten Personen zu gewinnen und ihnen die härtesten Fragen stellen können. Ich glaube nicht, dass die Unverfrorenheit dazu hätte. Ich bin einfach zu höflich dafür (lacht). Und zu feige. Veronica Guerin hat für ihren Beruf mit ihrem Leben gezahlt. Und Mary Mapes’ Integrität und Ruf wurden zerstört.

via Goldene Kamera

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And a promotional image with Robert Redford, Mary Mapes and Dan Rather